Flora Miranda

Knitting Virtual Luxuries

 

Flora Miranda stellt eine Anwendung vor, die aus dem persönlichen Online-Verhalten eines Kunden individuelle, auf ihn oder sie abgestimmte Mode designt.

 

„Die Idee ist, eine Datenvisualisierungs-App zu entwerfen, die sich die Möglichkeiten der virtuellen Welt zunutze macht und auf Grundlage von Nutzerdaten luxuriöse Kleidungsstücke entstehen lässt. Das Verhalten des Nutzers im virtuellen Raum beeinflusst unmittelbar das Aussehen der Kleidung und stellt dabei eine Interaktion von dessen Online-Aktivität mit der unab-hängigen Design-App her.“

 

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Image: Flora Miranda

 

Der Nutzer meldet sich in der App an, die via Plug-in den Suchverlauf des Browsers analysiert. Aus weiteren Quellen wie z. B. der Google-Suche, Facebook-Freunden, Kontakten, besuchten Orten und Musikdownloads sammelt das Programm weitere Informationen über die Persönlichkeit und Online-Identität des Nutzers. Dieser wird aufgefordert, Schlüsselbegriffe zu seinen Träumen, Gefühlen, Sehnsüchten und Wünschen auszuwählen. Schließlich werden diese Daten mit den Präferenzen des Users kombiniert, hinsichtlich Stoffwahl und Pflege sowie Preisvorstellungen.

In einem zweiten Schritt wird ein Kleidungsstück gestrickt. Der Kunde kann sich den Entwurf anschauen und Anpassungen vornehmen, indem er Schlüsselbegriffe oder Zeiträume ändert oder indem er sich auf neuen Pfaden durchs Internet bewegt und dadurch ein anderes Online-Nutzerverhalten erzeugt. Mit der Bestellung wird die Datenvisualisierung in den dreidimensionalen Raum übertragen und eine Art textile Topografie erstellt. Der Prozess führt schließlich dazu, dass das Individuum in seiner eigenen einzigartigen Art und Weise gekleidet ist.

Das Projekt nimmt Bezug auf die Arbeit Press Reset von 2016, in der die Designerin Materialien in Textilien einarbeitete, um neue Texturen und Stoffe zu entwickeln und alte Paradigmen aufzulösen. Auch greift es Themen der Kollektion _sidereal_ethereal_immatereal_ auf, in der Miranda Teleportation und Quantenphysik zum Ausgangspunkt nahm und damit futuristische Entwürfe kreierte, in denen sich die menschliche Silhouette in Einzelteile aufzulösen scheint. Durch die auf Blau- und Schwarztöne reduzierte Farbpalette erwecken die wie „gescannt“ wirkenden Körper den Eindruck reiner Information.

Flora Miranda arbeitet als Modedesignerin in Antwerpen. Weitere Informationen unter floramiranda.com.